Sterilisationsvalidierung nach ISO 17665-1, EN 13060 und EN 285

Sie müssen nachweisen, dass Ihre Sterilisationsprozesse - beispielsweise mit Klein- oder Großsterilisatoren - wiederholbar, wirksam und normgerecht validiert werden können? HygCen Germany prüft neutral, ob Ihre Programme die Anforderungen nach ISO 17665-1, EN 13060 und EN 285 erfüllen und die Sterilität unter realen Bedingungen gewährleistet ist - ergänzt durch internationale Verfahren wie ANSI/AAMI ST79, ISO 14937 und ISO 22441.

Die Validierung von Sterilisationsprozessen ist ein zentraler Baustein jeder normgerechten Aufbereitung. Die ISO 17665‑1 beschreibt, wie Dampfsterilisationsverfahren entwickelt, qualifiziert und überwacht werden müssen - einschließlich Prüfparametern, Prozessgestaltung und Leistungsqualifikation. Für Kleinsterilisatoren gelten zusätzlich die gerätespezifischen Anforderungen der EN 13060, für Großsterilisatoren die EN 285. Internationale Normen wie ANSI/AAMI ST79 und ISO 14937 bzw. ISO 22441 ergänzen den Nachweisrahmen, insbesondere für Märkte außerhalb Europas.

HygCen Germany führt die Validierung als neutraler, DAkkS‑akkreditierter Prüfdienstleister durch. Wir entwickeln keine Sterilisationsprogramme, sondern prüfen ausschließlich, ob die vom Betreiber eingesetzten Verfahren die geforderten Leistungswerte erreichen und unter wiederholten Bedingungen reproduzierbar bleiben. Dies umfasst Prozessentwicklung, OQ/PQ, Beladungsstudien und - sofern vom Betreiber gewünscht - die regelmäßige Re‑Validierung. Unsere Ergebnisse werden in QES‑signierten Prüfberichten dokumentiert und sind direkt audit‑ und MDR‑tauglich.

  • Digitaler Prüfbericht – QES-signiert
  • Validierte Aufbereitungsprozesse
  • Sichere Medizinprodukte für Anwender und Patienten
Sterilisationsvalidierung anfragen HygCen garantiert Ihnen, Ihre Daten vertraulich zu behandeln und ausschließlich im Zuge Ihrer Anfrage zu nutzen.
Herstellerangaben für Medizinprodukte nach en iso 17664

Was bedeutet die Validierung nach ISO 17665-1 in der Praxis?

Die Validierung beschreibt, ob ein Sterilisationsverfahren:

EN ISO 17665‑1 verlangt hierfür eine abgestufte Vorgehensweise:

  1. Entwicklung des Sterilisationsverfahrens
    → Festlegung von Parametern wie Temperatur, Druck, Dampfdurchdringung.
  2. Funktionsqualifizierung (OQ)
    → Prüfung, ob das Gerät die vorgesehenen Parameter korrekt ansteuert.
  3. Leistungsqualifizierung (PQ)
    → Nachweis der Wirksamkeit mit realen oder repräsentativen Beladungen.
  4. Routineüberwachung & Re‑Validierung
    → Sicherstellung der langfristigen Prozessstabilität.

Dabei müssen stets die Gerätetypen berücksichtigt werden:

Beladungsstudien bilden das Herzstück dieser Validierung: HygCen Germany prüft, ob die Beladungsanordnung in allen Bereichen ausreichend erhitzt und durchdrungen wird. Dies gilt insbesondere für komplexe Instrumente, Mehrweg‑Systeme, implantatnahe Produkte und gemischte Beladungen.

Normkriterien – auf einen Blick

NormkriteriumAnforderung / InhaltHinweis
Temperaturprofildefinierte Temperatur Zeit Kombinationen für DampfprozesseThermosensorik, Aufzeichnung, Auswertung
Dampfdurchdringungvollständige Penetration in BeladungsbereichenBeladungsstudien, Worst Case Konfigurationen
Beladungsschematareproduzierbare Validierung spezifischer BeladungenPQ Prüfprogramme, validierte Prüfkörper
SterilisationsverfahrenISO 17665-1 / 13060 / 285, optional ST79 / 14937 / 22441Prozessqualifizierung, OQ/PQ
Integrität der BarriereVerpackungsabhängig nach ISO 11607-2 / EN 868 6Barriere  und Integritätstests
Mikrobiologische AnforderungenISO 11737-1/-2Bioburden & Sterilität
DokumentationQES signierte ErgebnisseAuditfertige Berichtsstruktur

So validieren wir Ihre Sterilisationsprozesse - Schritt für Schritt

  1. Analyse der eingesetzten Sterilisationsverfahren
    Wir prüfen:
     
    • Gerätetyp (Kleinsterilisator, Großsterilisator, Alternative)
    • Programme, Medien, Zyklusparameter
    • Beladungstypen (Instrumente, Sets, Implantatnähe)
    • vorhandene IFU‑Vorgaben (ISO 17664)
  2. Prüfplanung & Sensorik‑Konzept
    Wir definieren:
     
    • relevante Normen (ISO 17665‑1, EN 13060, EN 285, AAMI ST79, ISO 14937 / ISO 22441)
    • Messpunkte, Messmethoden, Wiederholungen
    • Worst‑Case‑Beladungen
    • Validierungsszenarien
    • Temperatur‑/Druck‑Profiling
  3. Leistungsqualifizierung (PQ)
    Wir prüfen:
     
    • Dampfdurchdringung in kritischen Punkten
    • Haltezeiten & plateau‑Temperaturen
    • Belastbarkeit der Programme
    • Beladungsvarianten & maximale Beladung
    • Übereinstimmung mit normativen Anforderungen
  4. Routineüberwachung & Re‑Validierung
    Wir führen durch:
     
    • Wiederholungsprüfungen nach Änderungen
    • jährliche oder anlassbezogene Re‑Validierungen
    • Audit‑fähige Dokumentation von Abweichungen
    • Temperaturprofil‑ und Sterilgutfreigabe‑Check
  5. QES‑signierter Prüfbericht
    Ihr Bericht enthält:
     
    • vollständige Prozessdokumentation
    • Messwerte & Kurvenverläufe
    • Bewertungsmatrix der Normanforderungen
    • klare Aussage „Validierbar / Nicht validierbar“
    • Schnittstelleneinordnung zu RDG, Sauberkeit und Verpackung

Warum HygCen?

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Die ISO 17665‑1 ist die übergeordnete Norm für Dampfsterilisationsprozesse. Sie definiert, welche Prozessparameter, Validierungsschritte und Nachweise für jede Art von Dampfsterilisator erforderlich sind. EN 13060 ergänzt diese Anforderungen für Kleinsterilisatoren, wie sie häufig in Praxen, ambulanten Zentren und spezialisierten Abteilungen eingesetzt werden. EN 285 wiederum richtet sich an Großsterilisatoren, wie sie in zentralen Sterilgutversorgungen (AEMP/ZSVA) üblich sind. Die Validierungsprinzipien sind identisch, unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Beladungsvolumen, Dampferzeugung, Zyklusgestaltung und Sensorik. HygCen Germany berücksichtigt diese Unterschiede, prüft jedoch ausschließlich die technische Wirksamkeit - nicht die Prozessgestaltung.

ANSI/AAMI ST79 ist der maßgebliche US‑Standard für Dampfsterilisation und Sterilgutversorgung. Hersteller, die Produkte in den US‑Markt exportieren, oder Betreiber, die US‑Kompatibilität benötigen, profitieren davon, wenn ihre Sterilisationsprozesse zusätzlich nach diesen Anforderungen geprüft werden. ST79 konkretisiert Erwartungen an Dampfdurchdringung, Beladung, Sensorik, Monitoring und Dokumentation. HygCen Germany kann nachweisen, ob die eingesetzten Sterilisationsprogramme neben den europäischen Vorgaben auch die US‑relevanten Performance‑Kriterien erfüllen. Dieser Nachweis ersetzt jedoch keine regulatorische Beratung  - er zeigt lediglich die technische Leistungsfähigkeit der Prozesse.

Die Dampfdurchdringung ist einer der entscheidenden Wirksamkeitsfaktoren. Wir prüfen, ob der Dampf selbst in schwer zugängliche Bereiche eindringen kann, etwa in Hohlkörper, Kanten, verschachtelte Beladungen oder verdichtete Trays. Dazu werden Temperatursensoren in kritischen Bereichen platziert und Worst‑Case‑Beladungen definiert. Die Messergebnisse müssen in allen Messpunkten die geforderten Temperatur‑Zeit‑Vorgaben erreichen. Werden Abweichungen festgestellt, dokumentieren wir diese neutral - die Anpassung der Beladung oder Prozessparameter liegt in der Verantwortung des Betreibers.

Wenn ein Zyklus die normativen Anforderungen nicht erfüllt — etwa zu geringe Haltezeiten, unzureichende Dampfdurchdringung oder Temperaturabweichungen, wird dies neutral und vollständig dokumentiert. Häufige Ursachen können ungünstige Beladungsanordnungen, technische Störungen, ungeeignete Programme oder veränderte Umgebungsbedingungen sein. HygCen Germany bewertet ausschließlich die Prüfdaten, gibt jedoch keine Prozessberatung und nimmt keine Optimierungen vor. Der Betreiber entscheidet, ob Programme angepasst, Geräte gewartet oder Beladungen modifiziert werden müssen, bevor eine erneute Prüfung erfolgt.

Re‑Validierungen sind in regelmäßigen Intervallen vorgeschrieben — die genaue Frequenz hängt von QM‑System, Herstellerangaben und betrieblichen Vorgaben ab. Typischerweise erfolgen Re‑Validierungen jährlich oder anlassbezogen, z. B. nach Reparaturen, Gerätewechsel, Programmänderungen, neuen Beladungskonzepten oder Auffälligkeiten im Monitoring. HygCen Germany dokumentiert die durchgeführten Prüfungen vollständig, macht jedoch keine eigenen Vorgaben zu Intervallen oder betrieblichen Abläufen, um die neutrale Laborrolle zu wahren.

Eine wirksame Sterilisation setzt voraus, dass Reinigung (ISO 15883), Sauberkeit (ISO 19227, TOC/Protein/Hämoglobin) und Verpackung (ISO 11607‑2) bereits valide funktionieren. Die Sterilisationsvalidierung ist damit ein integraler Bestandteil der gesamten Aufbereitungskette. Wenn vorgelagerte Prozesse nicht reproduzierbar arbeiten, kann die Sterilisation die geforderte Sicherheit nicht herstellen. Deshalb werden RDG‑Validierung, Sauberkeitstests und Verpackungsprüfungen bei HygCen Germany im Gesamtzusammenhang betrachtet - ohne jedoch Beratungsleistungen oder Prozessdesign zu übernehmen.

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