Bioburden & Sterilität nach ISO 11737 prüfen

Sie müssen nachweisen, wie hoch die mikrobiologische Ausgangsbelastung (Bioburden) Ihrer Medizinprodukte ist und ob Sterilisationsprozesse zu einer zuverlässigen Sterilität führen? ISO 11737-1 und -2 legen fest, wie Bioburden ermittelt und Sterilitätstests geplant, durchgeführt und bewertet werden. HygCen Germany prüft neutral und akkreditiert, ob Ihre Produkte diese Anforderungen erfüllen – von Entwicklungsserien bis hin zu Routine Chargenkontrollen.

Die Normen ISO 11737‑1 und ISO 11737‑2 bilden die Grundlage für die mikrobiologische Bewertung von Medizinprodukten.

  • ISO 11737‑1 beschreibt, wie die Population lebensfähiger Mikroorganismen (Bioburden) auf oder in einem Produkt zu bestimmen ist. Diese Information ist zentral, um Sterilisationsprozesse (z. B. Dampf, EO, H₂O₂/Plasma) zu entwickeln, zu validieren und zu überwachen.
  • ISO 11737‑2 legt fest, wie Sterilitätstests bei der Definition, Validierung und Aufrechterhaltung eines Sterilisationsverfahrens durchzuführen sind – inklusive Methodenvalidierung, Kontaminationskontrolle und Interpretation von Ergebnissen.

HygCen Germany führt Bioburden‑ und Sterilitätstests neutral, DAkkS‑akkreditiert und ohne Beratungsanteil durch. Wir planen und dokumentieren die Prüfungen so, dass sie sich direkt in Ihre Sterilisationsvalidierung (z. B. nach ISO 17665‑1), Verpackungsvalidierung (ISO 11607‑2), End‑of‑Life‑Prüfungen und Technische Dokumentation einfügen. Entscheidungen über Sterilisationsstrategien, Sterilisationsdosen oder Lebensdauer legen Hersteller und Regulatory‑Berater*innen fest – wir liefern die belastbaren Prüfdaten.

  • Digitaler Prüfbericht – QES-signiert
  • Validierte Aufbereitungsprozesse
  • Sichere Medizinprodukte für Anwender und Patienten
Bioburden- und Sterilitätstests anfragen HygCen garantiert Ihnen, Ihre Daten vertraulich zu behandeln und ausschließlich im Zuge Ihrer Anfrage zu nutzen.
Herstellerangaben für Medizinprodukte nach en iso 17664

Was bedeutet die Prüfung nach ISO 11737 1/-2 in der Praxis?

In der Praxis beantwortet die Kombination aus Bioburden‑ und Sterilitätstests mehrere zentrale Fragen:

Bioburden nach ISO 11737‑1

Sterilitätstests nach ISO 11737‑2

HygCen Germany führt diese Prüfungen unter kontrollierten Laborbedingungen durch und dokumentiert alle Schritte so, dass sie für Behörden, benannte Stellen und Auditor*innen nachvollziehbar sind.

Normkriterien – auf einen Blick

NormkriteriumAnforderung / InhaltHygCen‑Prüfung
Bioburden BestimmungISO 11737-1: Keimzahl pro Produkt/ChargeProbenahme, Elution, Kultivierung, Auswertung
SterilitätstestsISO 11737-2: Prüfdesign, Methodenvalidierung, AuswertungSterilitätsprüfungen inkl. Medienkontrollen
Probenumfangrisikobasierte StichprobenplanungFestlegung der Prüfmusterzahl nach Normvorgaben
MethodenvalidierungNachweis, dass Testverfahren Keime zuverlässig zurückgewinnenRecovery  und Inhibitionsstudien
Einfluss von VerpackungBerücksichtigung der Sterilbarriere im PrüfdesignProbenahme in/aus Verpackungssystemen
ProzessüberwachungNutzung von Bioburden/ Sterilität zur Überwachung der SterilisationUnterstützung von Re Qualifikationen
Dokumentationvollständige, nachvollziehbare BerichteQES signierte Prüfberichte

So prüfen wir Bioburden & Sterilität – Schritt für Schritt

  1. Klärung von Produkt & Prozesshintergrund
    Wir erfassen:
     
    • Produkttyp, Materialien, Geometrie
    • Herstellungsprozesse und ggf. Vorbehandlungen
    • vorgesehene oder bestehende Sterilisationsverfahren (z.B. Dampf, EO, HO)
    • Verpackungssysteme und Lagerbedingungen
    • Ergebnis: definierter Prüfrahmen (Scope) gemäß ISO11737‑1/-2.
  2. Prüfplanung gemäß ISO11737‑1/-2
    Wir legen fest:
     
    • Anzahl der Prüfmuster (Stichprobenumfang)
    • Probenahme‑ und Aufbereitungsverfahren (z.B. Spülen, Elution, Direktexposition)
    • Kulturmedien, Inkubationsbedingungen, Dauer
    • Parameter für Methodenvalidierung (Recovery/Inhibition)
    • HygCen Germany entscheidet dabei nicht über Sterilisationsdosen oder Sterilisationskonzepte, sondern über das Prüfdesign im Rahmen der Norm.
  3. Durchführung der Bioburden‑Prüfung (ISO11737‑1)
     
    • Probenaufbereitung und mikrobiologische Kultivierung
    • Zählung der koloniebildenden Einheiten (KBE)
    • Berechnung der durchschnittlichen Keimzahl pro Produkt
    • Dokumentation von Ausreißern und Besonderheiten
  4. Durchführung der Sterilitätstests (ISO11737‑2)
     
    • Inkubation der Prüfmuster in geeigneten Medien
    • Beobachtung über normkonforme Inkubationszeiten
    • Methodenvalidierung: Nachweis, dass mögliche Keime nicht durch Testbedingungen unterdrückt werden
    • Auswertung von negativen vs. positiven Befunden
  5. Bewertung & QES‑signierter Prüfbericht
    Der Bericht enthält:
     
    • Prüfumfang, Methoden, Normreferenzen
    • Rohdaten und ausgewertete Keimzahlen
    • Resultate der Methodenvalidierungen
    • Aussage zur mikrobiologischen Belastung und Sterilität unter den geprüften Bedingungen
    • keine Sterilisationsdosis‑Festlegungen, keine Design‑ oder Prozessberatung

Warum HygCen?

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Bioburden beschreibt die Ausgangssituation vor Sterilisation und ist damit eine zentrale Größe für die Auslegung und Bewertung von Sterilisationsprozessen. Ohne verlässliche Information darüber, wie viele lebensfähige Mikroorganismen auf einem Produkt sind, lässt sich weder eine adäquate Sterilisationsdosis bestimmen noch die Stabilität des Produktions‑ und Sterilisationsprozesses überwachen. Sterilitätstests alleine zeigen nur, ob im geprüften Set von Produkten Keime nachweisbar sind oder nicht - sie ersetzen keine fundierte Kenntnis der Ausgangsbelastung.

Die Art der Verpackung und die sterile Barriere wirken sich maßgeblich auf das Risiko einer Rekontamination bzw. auf die mikrobiologische Belastung vor und nach der Sterilisation aus. Ein Produkt, das „unverpackt“ sterilisiert wird, hat andere Risiken als ein Produkt in einem validierten Verpackungssystem nach ISO 11607‑2. Bei Bioburden‑ und Sterilitätstests berücksichtigt HygCen Germany sowohl das Produkt als auch das Verpackungssystem und wählt das Prüfdesign entsprechend. Ob eine bestimmte Verpackung für ein Produkt geeignet ist, entscheiden Hersteller und Berater*innen - wir liefern die Prüfdaten, die diese Entscheidungen unterstützen.

Ein positiver Befund bedeutet, dass in mindestens einem Prüfmuster lebensfähige Mikroorganismen nachgewiesen wurden. HygCen Germany dokumentiert dies vollständig und neutral, einschließlich möglicher Hinweise auf Kontaminationsquellen (z. B. Probenhandling, Testumgebung, Verpackungsverletzungen). Eine Bewertung, ob es sich um eine „akzeptable“ Abweichung, eine Prozessstörung oder ein Designproblem handelt, gehört zum Aufgabenbereich von Herstellern, Betreibern und deren Regulatory‑Berater*innen. Häufig sind in der Folge Root‑Cause‑Analysen, zusätzliche Prüfungen und ggf. Re‑Validierungen notwendig.

Die Häufigkeit hängt von Risikobewertung, Prozessstabilität, Vorgaben des QM Systems und regulatorischen Anforderungen ab. Typisch sind Messungen in der Entwicklungsphase, bei Prozess- oder Lieferantenänderungen sowie in definierten Routineintervallen. HygCen Germany legt selbst keine Prüfintervalle fest, sondern erfüllt die Prüfaufträge im Rahmen dieser Vorgaben. Die Bioburden Daten können genutzt werden, um Trends zu erkennen und zu beurteilen, ob der Herstellungs- und Sterilisationsprozess als stabil gilt oder ob Anpassungen erforderlich werden.

Bioburden‑ und Sterilitätstests stellen einen wesentlichen Bestandteil der Sterilisationsvalidierung, des Risikomanagements und der MDR‑Technischen Dokumentation dar. Sie verknüpfen Herstellprozesse, Sterilisation und Verpackung miteinander und liefern quantitative und qualitative Nachweise, die von Benannten Stellen und Behörden erwartet werden. Zusammen mit Sterilisationsvalidierung, Verpackungsvalidierung, End‑of‑Life‑Prüfungen und Sauberkeitsnachweisen zeichnen sie ein vollständiges Bild der mikrobiologischen Sicherheit eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus.

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