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ISO 10993-3 beschreibt Strategien und Prüfungen zur Bewertung potenziell irreversibler biologischer Effekte, insbesondere Genotoxizität. HygCen Germany führt relevante in-vitro Prüfungen inhouse durch und richtet Probenvorbereitung und Testdesign am vorgesehenen Körperkontakt und an der Expositionsdauer aus. Sie erhalten QES-signierte Prüfberichte mit fachlicher Einordnung als Input für die Biologische Beurteilung gemäß ISO 10993-1.


ISO 10993-3 bewertet potenzielle genotoxische Risiken eines Medizinprodukts und liefert damit einen essenziellen Baustein für die Biologische Beurteilung nach ISO 10993-1. Die Norm fokussiert auf irreversible biologische Effekte, insbesondere DNA-Schäden, und stellt sicher, dass mögliche Risiken frühzeitig erkannt und wissenschaftlich abgesichert bewertet werden. Sie wird immer dann relevant, wenn ein Produkt Materialien enthält oder freisetzen kann, die im Verdacht stehen, genotoxisch zu wirken – besonders bei invasiven, langzeitig oder implantierbar verwendeten Produkten.
Die Prüfstrategie umfasst ausschließlich in‑vitro‑Methoden, die unterschiedliche Mechanismen genotoxischer Schäden abbilden. Dazu gehören z.B. Bakterien-Rückmutationstests (Ames-Test), Mauslymphom‑Test (MLA) oder Mikronukleustests in Säugerzelllinien. Durch die Kombination dieser Assays entsteht ein robustes Bild über mögliche mutagene oder klastogene Effekte. Die Auswahl der Testbatterie erfolgt risikobasiert in Abhängigkeit von Material, Kontaktart und Expositionsdauer.
Die Probenvorbereitung erfolgt gemäß ISO 10993‑12, um das reale Expositionsszenario des Körpers korrekt abzubilden. Je nach Produkt werden Extrakte in polaren/unpolaren Medien oder direkte Prüfkörper eingesetzt. Zeit‑ und Temperaturprofile werden so gewählt, dass ein realistisches Worst‑Case‑Szenario entsteht, ohne das Testsystem zu überlasten. Alle Parameter werden vollständig dokumentiert, sodass benannte Stellen und Behörden die Nachvollziehbarkeit prüfen können.
Die Ergebnisse der Genotoxizitätstests werden anschließend im Rahmen der Biologischen Beurteilung nach ISO 10993‑1 mit chemischen Daten (ISO 10993‑18) und weiteren biologischen Endpunkten kombiniert. Auffällige Befunde müssen toxikologisch eingeordnet, gegebenenfalls durch zusätzliche Untersuchungen vertieft und im Risikomanagement berücksichtigt werden. Die finalen Schlussfolgerungen werden in der Regel durch externe Toxikologinnen und Toxikologen im BER dokumentiert.
| Normkriterium | Anforderung / Inhalt | Hinweis |
|---|---|---|
| Zielsetzung | Bewertung genotoxischer Risiken | Hazard identification |
| Prüfansatz | In-vitro Strategie | Risikobasiert |
| Probenvorbereitung | ISO 10993-12 angelehnt | Kontakt & Dauer |
| Bericht | QES-signiert | Nachvollziehbar |
| Einordnung | Input für ISO 10993-1 | Extern bewertet |
ISO 10993‑3 ist relevant, wenn Ihr Produkt potenziell genotoxische Stoffe enthält oder freisetzen kann oder wenn aus der chemischen Charakterisierung nach ISO 10993‑18 Hinweise auf genotoxische Risiken entstehen. Besonders betroffen sind invasive, langzeitig oder implantierbar verwendete Produkte. Die Norm liefert entscheidende Daten für die toxikologische Risikobewertung und fließt direkt in die Biologische Beurteilung ein.
Typische Tests nach ISO 10993‑3 sind der Ames-Test, Mauslymphom‑Test (MLA) oder Mikronukleustests in Säugerzellen. Diese Tests decken unterschiedliche Mechanismen möglicher DNA‑Schädigungen ab und ermöglichen eine robuste Gesamtbewertung. Welche Tests eingesetzt werden, hängt vom Produkt, der Art des Körperkontakts und der Expositionsdauer ab.
Die Probenvorbereitung folgt ISO 10993‑12, damit die reale klinische Exposition korrekt simuliert wird. Je nach Produkt werden Extrakte oder direkte Prüfkörper eingesetzt. Zeit‑ und Temperaturprofile werden risikobasiert so gewählt, dass potenzielle freisetzbare Stoffe realistisch abgebildet werden. Die Parameter werden vollständig dokumentiert, um die regulatorische Nachvollziehbarkeit sicherzustellen.
Genotoxizitätsergebnisse werden nie isoliert betrachtet, sondern zusammen mit chemischen und weiteren biologischen Daten im Rahmen der Biologischen Beurteilung nach ISO 10993‑1 ausgewertet. Unauffällige Ergebnisse stützen die Aussage eines niedrigen Risikos. Auffällige oder grenzwertige Befunde müssen toxikologisch vertieft und gegebenenfalls durch weitere Daten ergänzt werden.
Die Dauer hängt von der Testbatterie, der Probenstrategie und eventuellen Wiederholungen ab. Typischerweise umfassen die Prüfungen mehrere Laborphasen wie Zellkulturen, Expositionen, Inkubationen und Auswertungen. Hinzu kommen Logistik und Extraktion nach ISO 10993‑12 sowie die fachliche Interpretation. Konkrete Zeitabläufe werden projektbezogen im Angebot definiert.
ISO 10993-12 – Probenvorbereitung & Referenzmaterialien, ISO 10993-18 – Chemische Charakterisierung, ISO 10993-10 – Hautsensibilisierung, ISO 10993-5 – Zytotoxizität, ISO 10993-23 – Irritation, ISO 10993-4 – Hämokompatibilität, Pyrogenität & Endotoxin – inkl. ISO 10993-11 Koordination, ISO 10993-1 - Biologische Beurteilung

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