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Die ISO 10993-Normenreihe strukturiert die biologische Beurteilung nach Art, Ort und Dauer des Kontakts und unterstützt die risikobasierte Prüfplanung. HygCen Germany führt akkreditierte Prüfungen durch und liefert nachvollziehbare Prüfberichte mit fachlicher Einordnung. Wichtig zur Rollenabgrenzung: Die Biologische Beurteilung / „Biological Evaluation“ gemäß ISO 10993-1 wird üblicherweise von unabhängigen beratenden Toxikologinnen und Toxikologen erstellt. Als neutrales Prüflabor erstellen wir diese Gesamtbewertung nicht selbst. Wir koordinieren jedoch auf Wunsch den gesamten Prozess – von Prüfungen und chemischer Charakterisierung bis zur fertigen toxikologischen Bewertung durch externe Expertinnen und Experten.


Die biologische Bewertung nach ISO 10993-1 ist kein einzelner Test, sondern ein risikobasierter Prozess, in dem chemische, biologische und klinische Informationen zu einem Gesamtbild zusammengeführt werden. Ausgangspunkt sind das geplante Einsatzgebiet, die Kontaktart und die Expositionsdauer des Medizinprodukts am Patienten und Anwender. Auf dieser Basis wird im Biological Evaluation Plan (BEP) festgelegt, welche vorhandenen Daten genutzt und welche Prüfungen gezielt ergänzt werden müssen. So entsteht eine transparente Strategie, die den Anforderungen von ISO 10993-1 sowohl im europäischen Kontext (MDR) als auch – je nach Zielmarkt – im US-Kontext gemäß FDA-Erwartungen (u. a. unter Berücksichtigung einschlägiger FDA-Guidances zur Biokompatibilität) gerecht wird.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die chemische Charakterisierung gemäß ISO 10993-18: Sie liefert die die Liste der identifizierten und (semi-)quantifizierten Extraktstoffe (Extractables/Leachables) für die anschließende Toxicological Risk Assessment (TRA) nach ISO 10993-17. Parallel werden biologische Endpunkte wie Zytotoxizität, Sensibilisierung, Irritation oder Genotoxizität geprüft. Die Ergebnisse dieser Bausteine werden im Biological Evaluation Report (BER) zusammengeführt, der nachvollziehbar begründet, ob das Produkt im bestimmungsgemäßen Gebrauch biologisch sicher ist oder ob Restrisiken verbleiben, die im Risikomanagement adressiert werden müssen.
Als Prüflabor stellt HygCen Germany die methodisch sauberen, normkonformen Daten zur Verfügung: von der Probenprobenverarbeitung nach ISO 10993-12 über die Durchführung der Prüfungen bis hin zu QES-signierten Berichten. Die eigentliche Gesamtbewertung erfolgt in der Regel durch unabhängige Toxikologinnen und Toxikologen, die BEP, TRA, Prüfdaten und klinische Informationen zusammenführen. Eine gut dokumentierte Probenlogik und klare Schnittstellen zwischen Labor, Hersteller und externen Expertinnen und Experten sind entscheidend, damit die biologische Bewertung sowohl fachlich belastbar als auch regulatorisch akzeptiert ist.
Zulassungsvoraussetzung
Ein Kriterium im Zulassungsverfahren Ihres Medizinprodukts auch für den EU-Binnenmarkt.
Risikominimierung
Wichtiger Bestandteil in Ihrem Risikominimierungsprozess, da Sie als Hersteller haften.
Kostensenkung
Wir können Ihr Produktdesign frühzeitig begleiten und Vorstufen testen.
Beurteilung zu jedem Prüfbericht
In dem Dokument ordnet unser wissenschaftlicher Leiter die Prüfergebnisse der biologischen Beurteilung Ihres Medizinprodukts inkl. einer Gesamtbeurteilung für Sie ein.
Tests nach modernsten Verfahren
Prüfung von elastanhaltigen Produkten gemäß der Jena-Methode. So können wir auch Kompressionsstrümpfe, Bandagen und ähnliche Produkte auf Zytotoxizität testen.
Akkreditiertes Prüflabor
Wir prüfen Medizinprodukte für Hersteller und Anwender*innen gemäß europäischer (EN) und internationaler (ISO) Normen bzw. Standards. So tragen wir weltweit zur Qualitätssicherung von Medizinprodukten bei.
HygCen Germany bietet alle biologischen Tests im Rahmen der ISO 10993 Reihe, die keine Tierversuche beinhalten, an. Wir testen dabei garantiert cruelty-free, also ohne Tierversuche. Dafür verwenden wir in vitro Testverfahren. Außerdem prüfen wir Ihr Medizinprodukt im Originalzustand. Das bedeutet, dass unsere Tests auch Prozessrückstände, Fremdsubstanzen oder Migrationen von Substanzen (z.B. aus dem Verpackungsmaterial) mitbewerten.
In vitro Prüfungen finden im Reagenzglas statt. Gemäß EN-ISO-10993-1 und -2 hat der Tierschutz im Prozess der Biokompatibilitätsprüfung eine hohe Priorität. Ihr Prüfplan zur biologischen Verträglichkeit von Medizinprodukten sollte sich daher besonders auf in vitro Testverfahren stützen. In vitro Testverfahren sind für Sie: kostengünstig, schnell und tierfreundlich.
In vivo Prüfungen finden in Tiermodellen statt. Diese Tests sind kosten- und zeitintensiv. Wenn Risiken nicht korrekt und vollständig über in vitro Tests nachgewiesen werden können, sind in vivo Tests notwendig. Für Medizinprodukte wie Implantate ist das relevant. Über in vivo Tests können die akute/subchronische/chronische Toxizität, die systemische Toxizität und Implantationen beurteilt werden.
HygCen Germany prüft ohne Tierversuche!
ISO 10993‑2 definiert die Anforderungen an den Tierschutz im Rahmen biologischer Prüfungen und legt damit den ethischen und qualitativen Rahmen fest, wenn In‑vivo‑Studien erforderlich werden. Die Norm stellt sicher, dass Prüfungen nur dann durchgeführt werden, wenn sie wissenschaftlich notwendig sind, und dass sie gemäß dem 3R‑Prinzip (Replace, Reduce, Refine) verantwortungsvoll geplant und umgesetzt werden.
Für Ihr Medizinprodukt bedeutet dies:
Bei Prüfungen, die wir über qualifizierte Partner koordinieren (z. B. systemische Toxizität nach ISO 10993‑11), wird die Konformität mit ISO 10993‑2 sichergestellt – inklusive Dokumentation der Tierschutzmaßnahmen, 3R‑Umsetzung und Prüfbedingungen. So bleibt die gesamte Biologische Beurteilung konsistent, ethisch einwandfrei und regulatorisch belastbar.
Der BEP beschreibt die Strategie der biologischen Bewertung: Welche vorhandenen Daten können genutzt werden, welche zusätzlichen Prüfungen sind erforderlich und welche Endpunkte lassen sich begründet weglassen. Er verknüpft Produkteigenschaften, Kontaktart und Expositionsdauer mit den relevanten Normbausteinen der ISO-10993-Reihe. Ein gut dokumentierter BEP erleichtert die Abstimmung mit Benannten Stellen und legt die Grundlage für einen schlüssigen BER.
Der BER fasst alle chemischen, biologischen und toxikologischen Evidenzen zusammen und beantwortet die Kernfrage, ob das Medizinprodukt im vorgesehenen Einsatz biologisch sicher ist. Er dokumentiert Annahmen, Unsicherheiten und gewählte Risikokontrollen und bildet damit einen zentralen Bestandteil der MDR-Technischen Dokumentation. Ohne einen nachvollziehbaren BER ist eine Zulassung in der Regel nicht möglich.
Die TRA bewertet die in der chemischen Charakterisierung identifizierten Stoffe hinsichtlich Exposition und toxikologischer Referenzwerte. Für jede Substanz wird abgeschätzt, ob die erwartete Aufnahme unterhalb akzeptabler Grenzwerte liegt oder ob ein potenzielles Risiko besteht. Die Ergebnisse der TRA fließen direkt in den BER ein und prägen die abschließende Risikoaussage zur chemischen Sicherheit des Produkts.
HygCen Germany versteht sich als neutrales Prüflabor und liefert die akkreditierten Prüfberichte, methodische Dokumentation und auf Wunsch die Koordination des Gesamtprozesses. Die abschließende Biologische Beurteilung und der BER werden in der Regel von unabhängigen Toxikologinnen und Toxikologen erstellt, um eine objektive Bewertung sicherzustellen. Auf Wunsch kann HygCen Germany geeignete Expertinnen und Experten einbinden und die Schnittstellen steuern.
Probenstrategie und Extraktdesign richten sich nach ISO 10993-12 und werden risikobasiert an Kontaktart, Expositionsdauer, Materialien und Prozessschritte (z. B. Sterilisation, Aufbereitung) angepasst. Ziel ist es, ein realistisches Worst-Case-Szenario abzubilden, ohne künstliche Überbelastungen zu erzeugen. Eine sauber dokumentierte Probenlogik ist die methodische Basis, auf der sowohl biologische Prüfungen als auch chemische Charakterisierung und TRA aufbauen.
Die meisten Basisprüfungen wie Zytotoxizität können innerhalb von 5 bis 10 Tagen durchgeführt werden. Für vollständige Biokompatibilitätsprüfungen nach ISO 10993 benötigen wir je nach Umfang typischerweise 2 bis 4 Wochen nach Probeneingang.
Wenn Sie uns Produktinformationen bereitstellen, können wir Ihnen sofort eine realistische Zeitplanung erstellen.
Die Kosten hängen vom Prüfaufwand, der Materialzusammensetzung und der erforderlichen Teststrategie ab. Pauschalpreise sind daher nicht möglich.
Gerne erstellen wir Ihnen ein unverbindliches Angebot, sobald wir einige Basisinformationen zu Ihrem Produkt (Materialien, Kontaktart, Expositionsdauer, Sterilisation) vorliegen haben.
Ja. In vielen Fällen ist ein stufenweises Vorgehen budgetschonender und deutlich effizienter, insbesondere wenn Materialien oder technische Änderungen noch nicht finalisiert sind. Häufig lassen sich bereits durch Basisprüfungen wie Zytotoxizität, ausgewählte Extrakte oder chemische Charakterisierung mögliche Risiken früh erkennen, bevor umfangreiche Testpakete notwendig werden.
Gerne empfehlen wir Ihnen eine sinnvolle Prüfsequenz, die Kosten senkt und gleichzeitig alle regulatorischen Anforderungen erfüllt.
ISO 10993-12 – Probenvorbereitung & Referenzmaterialien, ISO 10993-18 – Chemische Charakterisierung, ISO 10993-10 – Hautsensibilisierung, ISO 10993-5 – Zytotoxizität, ISO 10993-23 – Irritation, ISO 10993-3 – Genotoxizität, ISO 10993-4 – Hämokompatibilität, Pyrogenität & Endotoxin – inkl. ISO 10993-11 Koordination

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