End of Life Prüfungen Beständigkeit über den gesamten Aufbereitungszyklus

Sie müssen zeigen, dass Ihr Medizinprodukt auch nach vielen Reinigungs-, Desinfektions- und Sterilisationszyklen sicher funktioniert? End of Life Prüfungen simulieren die wiederholte Belastung eines Produkts durch reale Aufbereitungsprozesse. HygCen Germany prüft neutral, ob Materialien, Oberflächen und Funktionen Ihre erwartete Lebensdauer unter praxisnahen Mehrfachzyklen erfüllen – ohne Prozessberatung oder Produktempfehlungen.

Während einzelne Validierungen (Reinigung, Sterilisation, Verpackung) prüfen, ob ein einzelner Zyklus wirksam ist, beantwortet die End‑of‑Life‑Prüfung eine übergeordnete Frage:

Behält das Produkt die erforderliche Sicherheit und Funktionalität auch nach vielen wiederholten Aufbereitungszyklen bei?

Mehrere Normen decken diese zyklusübergreifende Betrachtung ab:

  • ASTM F1980 für beschleunigte Alterung (Aging)
  • ISO 21530 für Materialbeständigkeit gegenüber Desinfektionsmitteln
  • ISO 17665‑1 / EN 13060 / EN 285 für zyklische Dampfbelastung
  • EN ISO 15883‑1/-2 für RDG‑Belastung (thermisch/chemisch)
  • ISO 19227 (Sauberkeit Implantate, TOC, Partikel)
  • AAMI TIR42 (partikuläre Sauberkeit)
  • EN ISO 11737‑1/-2 (mikrobiologische Einflussprüfung)

HygCen Germany führt diese Prüfungen neutral, DAkkS‑akkreditiert und ohne Beratungsanteile durch. Wir entwickeln keine Produkt‑ oder Prozessstrategien, sondern bewerten ausschließlich die technische Beständigkeit unter wiederholter Aufbereitung.

Ergebnisse werden in einem QES‑signierten Bericht dokumentiert, der sich direkt in MDR‑Dokumentation, Risikoanalysen und Lebensdauerbewertungen integrieren lässt.

  • Digitaler Prüfbericht – QES-signiert
  • Validierte Aufbereitungsprozesse
  • Sichere Medizinprodukte für Anwender und Patienten
End of Life Prüfung anfragen HygCen garantiert Ihnen, Ihre Daten vertraulich zu behandeln und ausschließlich im Zuge Ihrer Anfrage zu nutzen.
Herstellerangaben für Medizinprodukte nach en iso 17664

Was bedeutet eine End of Life Prüfung in der Praxis?

Eine End‑of‑Life‑Prüfung simuliert den vollständigen Lebenszyklus eines Produkts aus Sicht der Aufbereitung:

Dabei wird bewertet, ob:

Dies ist insbesondere wichtig für:

Geräte, die mehreren Dampfzyklen oder thermischen Belastungen unterliegen

Normkriterien – auf einen Blick

NormkriteriumAnforderung / InhaltHinweis
ZyklenbelastungWiederholte RDG  + Steri BelastungRDG Zyklen & Steri Mehrfachsimulationsprogramme
MaterialbeständigkeitISO 21530Prüfung mit Desinfektionsmittel Belastung
AgingASTM F1980beschleunigte Alterung
ImplantatreinheitISO 19227TOC, Partikel, chemische Rückstände
PartikelAAMI TIR42quantitative Partikelprüfung
Funktionserhaltmechanische & haptische FunktionFunktionsprüfung nach Zyklen
VerpackungsbeständigkeitISO 11607-2, EN 868 6Integrität & Barrierewirkung nach Zyklen
MikrobiologieISO 11737-1/-2mikrobiologische Einflussprüfung
DokumentationQES signiertMDR /Audit taugliche Nachweise

So prüfen wir Ihr Produkt end of life – Schritt für Schritt

  1. Analyse der Aufbereitungsanforderungen
    Wir erfassen:
     
    • geplante Zyklenzahl (z.B. 50/100/150 Zyklen)
    • Produkttyp (Instrument, implantatnahes Produkt, Kunststoffteil etc.)
    • Materialien & Beschichtungen
    • relevante Verfahren (RDG/Steri/Desinfektion)
    • normative Anforderungen (ISO21530, ISO17665‑1, ISO19227 usw.)
  2. Prüfplanung & Belastungskonzept
    Wir definieren:
     
    • RDG‑Zyklen (gemäß ENISO15883)
    • Sterilisationszyklen (gemäß ENISO17665‑1/13060/285)
    • Reinigungschemikalien & Desinfektionsmittel
    • Alterungsprotokolle nach ASTMF1980
    • Worst‑Case‑Beladungen
    • Mess‑ und Inspektionspunkte
  3. Zyklische Belastungsprüfung
    Wir führen durch:
     
    • wiederholte RDG‑Behandlungen
    • wiederholte Sterilisationsverfahren (Dampf, optional EO/Plasma)
    • chemische Materialbelastungen (ISO21530)
    • Handling‑ & Trocknungszyklen
    • Verpackungs‑/Siegelbelastungen
  4. Funktions‑ & Materialbewertung 
    Nach Abschluss der Belastung erfolgt:
     
    • visuelle Bewertung (Oberflächen, Risse, Korrosion)
    • mikroskopische Analysen (Beschichtungsveränderungen)
    • Funktionsprüfung (Mechanik, Verriegelungen, Beweglichkeit)
    • Sauberkeitsprüfung nach ISO19227
    • Partikelanalyse nach AAMITIR42
    • optional: mikrobiologische Einflussbewertung
  5. QES‑signierter Prüfbericht 
    Der Bericht enthält:
     
    • vollständige Zyklenhistorie
    • alle Mess‑ & Funktionsdaten
    • Normbezug
    • Bewertung der Beständigkeit
    • Aussage zur Eignung über die Lebensdauer

Warum HygCen?

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Einzelschritt‑Validierungen bestätigen nur, dass jeder Prozessschritt für einen Zyklus wirksam ist. In der realen Anwendung durchläuft ein Medizinprodukt jedoch häufig Dutzende oder sogar Hunderte Aufbereitungszyklen. Dabei wirken mechanische Beanspruchung, thermische Belastung, Chemikalien, Feuchtigkeit, Druckwechsel und Verpackungsprozesse kumulativ auf das Produkt ein. Diese Kombination kann im Zeitverlauf zu Oberflächenveränderungen, Materialermüdungen, Funktionsverlust oder zu einer verringerten Reinigbarkeit führen. End‑of‑Life‑Prüfungen simulieren diesen wiederholten Einfluss und beantworten die zentrale Frage: „Bleibt das Produkt während seiner gesamten vorgesehenen Lebensdauer sicher einsetzbar?“

Die Zyklenzahl ergibt sich üblicherweise aus den Herstellerangaben, Risikoanalysen, dem Verwendungszweck und den zu erwartenden Aufbereitungsintervallen. Manche Produkte sind für 50 Zyklen ausgelegt, andere für 150 oder mehr. HygCen Germany bewertet selbst nicht, wie viele Zyklen angemessen sind, sondern prüft ausschließlich die Anzahl, die der Hersteller oder Betreiber vorgibt. Wenn keine Zyklenzahl definiert wurde, empfehlen wir die Abstimmung mit externen Regulatory‑Berater*innen; als Prüflabor legen wir keine Lebensdauerstrategien fest.

In der Praxis sind dies vor allem:

  • Korrosion oder Lochfraß
  • Risse oder Delaminationen (z.B. bei Beschichtungen)
  • Materialverfärbungen oder Versprödungen
  • lockere oder blockierende Mechanismen
  • steigende Partikelwerte (AAMITIR42)
  • erhöhte TOC‑ oder Restproteinwerte nach Reinigung
  • reduzierte Dampfdurchdringung durch Materialverformungen
  • verringerte Barrierewirkung von Verpackungen

HygCen Germany dokumentiert solche Befunde neutral und ohne Interpretation hinsichtlich Produktlebensdauer oder Marktfähigkeit. Bewertungen zu Risiko oder Produktdesign erfolgen durch externe Fachexpert*innen.

ASTM F1980 beschreibt Verfahren zur beschleunigten Alterung anhand thermischer und feuchtebezogener Belastungen. Mit dieser Methode kann innerhalb kurzer Zeit abgeschätzt werden, wie sich Materialien über längere Lagerzeiträume verhalten. In Kombination mit Aufbereitungszyklen nach ISO 17665‑1 und ISO 15883 entsteht ein vollständiges Bild aus thermischer Alterung und zyklischer Beanspruchung. HygCen Germany führt solche Alterungsprozesse neutral durch und kombiniert sie mit nachfolgenden Funktions‑ und Sauberkeitsprüfungen.

Ja, indirekt. End‑of‑Life‑Prüfungen prüfen nicht nur das Produkt, sondern zeigen auch, ob die zugrunde liegenden Reinigungs‑ und Sterilisationsprozesse über viele Zyklen hinweg reproduzierbar bleiben. Wenn ein Produkt nach vielen Zyklen plötzlich schlechter gereinigt werden kann oder ungewöhnliche Verschmutzungs‑ oder Partikelmuster zeigt, bedeutet das nicht zwingend einen Materialfehler — sondern kann auf veränderte Oberflächen oder Funktionsmerkmale zurückzuführen sein. HygCen Germany bewertet nur die Prüfdaten; Prozessanalysen erfolgen extern.

End‑of‑Life‑Prüfungen bilden die Brücke zwischen:

  • RDG‑Validierung (ISO15883)
  • Sauberkeitsvalidierung (TOC/Protein/Hb/ISO19227)
  • Sterilisationsvalidierung (ISO17665‑1/13060/285)
  • Verpackungsvalidierung (ISO11607‑2)

Sie beurteilen, ob sich die Funktion des Produkts unter der Summe dieser wiederholten Prozesse langfristig verändert. Somit ist End‑of‑Life ein wesentliches Element der Technischen Dokumentation, der Risikoanalyse und der Gebrauchstauglichkeitsbewertung.

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