Aufbereitung von Medizinprodukten vom Patient zum Patient

Sie möchten sicherstellen, dass Ihre Medizinprodukte über viele Aufbereitungszyklen hinweg sicher einsetzbar sind – und dass Reinigung, Desinfektion, Verpackung und Sterilisation nachweislich funktionieren? Diese Seite gibt Ihnen einen strukturierten Überblick über den Medizinprodukte‑Kreislauf vom Patient zum Patient und zeigt, welche Prüfbausteine HygCen Germany entlang dieses Kreislaufs neutral testet.

Sichere Aufbereitung gelingt nur, wenn Herstellerangaben, Prozesse und Wirksamkeitsnachweise zusammenpassen und validierbar sind – z. B. für IFU/Validierbarkeit, Reinigung & Desinfektion (RDG), Sterilisation, sterile Barriere/Verpackung sowie mikrobiologische und Sauberkeitsnachweise.

HygCen Germany entwirft keine Aufbereitungsanweisungen und bietet keine IFU‑Beratung. Als neutrales, DAkkS‑akkreditiertes Prüflabor prüfen wir, ob die beschriebenen Prozesse normgerecht validierbar sind und die geforderte Wirksamkeit erreichen.

  • Digitaler Prüfbericht – QES-signiert
  • Validierte Aufbereitungsprozesse
  • Sichere Medizinprodukte für Anwender und Patienten
Jetzt Aufbereitungsprojekt planen – Kontakt aufnehmen HygCen garantiert Ihnen, Ihre Daten vertraulich zu behandeln und ausschließlich im Zuge Ihrer Anfrage zu nutzen.
Herstellerangaben für Medizinprodukte nach en iso 17664

Was bedeutet der Kreislauf „vom Patient zum Patient“?

Der Begriff „vom Patient zum Patient“ beschreibt die Idee, dass ein Medizinprodukt nach jedem Aufbereitungszyklus mindestens genauso sicher einsetzbar ist wie vor dem Gebrauch. Jeder Abschnitt im Kreislauf trägt dazu bei – und kann bei unzureichender Ausführung den gesamten Prozess gefährden.

Ein vereinfachter Überblick:

  1. Produktentwicklung & Materialwahl
    Bereits hier wird festgelegt, ob ein Produkt überhaupt sinnvoll gereinigt, desinfiziert und sterilisiert werden kann – inklusive Biokompatibilität und Materialbeständigkeit gegenüber Reinigungs- und Sterilisationsprozessen.
  2. Produktion & Sauberkeit
    Während der Fertigung müssen Reinheits-, Bioburden- und ggf. Sterilitätsanforderungen erfüllt werden. Prüfungen wie Bioburden (ISO 11737-1), Sterilität (ISO 11737-2) und TOC Analysen dienen als Grundlage für Prozessentwicklung, Batchkontrolle und Risikobewertung. 
  3. Verpackung & sterile Barriere
    Verpackungssysteme müssen eine zuverlässige sterile Barriere bilden und sich validieren lassen – z. B. nach ISO 11607-2, ergänzt durch EN 868 6 und ASTM F1608 für Materialien und mikrobiologische Barriereprüfung. 
  4. Sterilisation
    Sterilisationsprozesse (z. B. Dampf nach ISO 17665-1, Klein/Großsterilisatoren nach EN 13060 / EN 285) werden entwickelt, qualifiziert und überwacht. 
  5. Klinischer Einsatz
    Im Einsatz beim Patienten greifen Risikomanagement, Gebrauchsanweisung und klinische Abläufe ineinander. Fehler oder Abweichungen können entlang der Prozesskette Auswirkungen haben, z. B. wenn Reinigungsschritte nicht gemäß IFU durchgeführt werden. 
  6. Rücktransport & Vorreinigung
    Transport, Zwischenlagerung und Vorbehandlung (z. B. Vorspülen, Einlegen) beeinflussen die Ausgangsbedingungen für die maschinelle Aufbereitung und müssen zur IFU passen.
  7. Reinigung & Desinfektion (RDG)
    Reinigungs-Desinfektionsgeräte werden nach ISO 15883 typgeprüft und validiert. Methoden zur Reinigungsbewertung sind u. a. in ISO 15883-5 und ANSI/AAMI ST98 beschrieben. Sie definieren, wie z. B. Protein, Hämoglobin oder TOC als Reinigungsmarker eingesetzt werden können.
  8. Sauberkeitsnachweise & Implantatreinheit
    Für viele Produkte, insbesondere Implantate, müssen quantitative Sauberkeitskriterien erfüllt sein – z. B. nach ISO 19227. Hier kommen TOC-Messungen und weitere Parameter als Summen- und Markerwerte zum Einsatz.
  9. End‑of‑Life / Beständigkeit bei wiederholter Aufbereitung
    Wiederholte RDG‑Zyklen und Sterilisationsprozesse belasten Materialien, Beschichtungen, Oberflächen und Funktionsmechanismen. End‑of‑Life‑Prüfungen simulieren diese Mehrfachbelastung – z. B. mittels zyklischer Dampfbelastung (ISO 17665‑1), beschleunigter Alterung (ASTM F1980), Materialbeständigkeit (ISO 21530), partikulärer Sauberkeit (AAMI TIR42) und mikrobiologischen Parametern (ISO 11737).
    So lässt sich beurteilen, ob ein Medizinprodukt über die gesamte Lebensdauer hinweg sicher aufbereitet werden kann.
  10. Freigabe zur erneuten Anwendung
    Am Ende der Aufbereitung steht die dokumentierte Freigabe des Medizinprodukts zur Anwendung – die nur dann belastbar ist, wenn alle vorangegangenen Schritte validiert und im Rahmen eines QM‑Systems überwacht werden.

Ihre Prüfbausteine entlang des Medizinprodukte‑Kreislaufs

Die folgenden Leistungsbereiche bilden zusammen ein vollständiges Prüfangebot für die Validierung von Aufbereitungsprozessen und Lebenszyklus‑Aspekten Ihres Medizinprodukts – vom Sauberkeitsnachweis über RDG‑ und Steri‑Validierung bis zur Verpackungs‑ und Mikrobiologieprüfung.

ISO 17664 – Validierbarkeit der Herstellerangaben

Validierbarkeit der Aufbereitungsprozesse prüfen

ISO 17664 legt fest, welche Prozessschritte Hersteller zur Aufbereitung angeben müssen. HygCen Germany prüft neutral, ob diese beschriebenen Verfahren – Reinigung, Desinfektion, Verpackung und Sterilisation – technisch durchführbar und normgerecht validierbar sind. Keine IFU‑Beratung, sondern rein akkreditierte Prüfungen zur Wirksamkeit und Reproduzierbarkeit.

Validierbarkeit prüfen


Validierung der Reinigung & Desinfektion von Medizinprodukten

Reinigungs‑Desinfektionsgeräte sicher validieren

Die ISO 15883‑Reihe definiert Anforderungen an RDG und deren Validierung. HygCen Germany führt Typprüfungen sowie Prozess‑ und Revalidierungen durch – inklusive Reinigungsnachweisen nach ISO 15883‑5 und ANSI/AAMI ST98 (Protein, Hämoglobin, TOC). Für Betreiber und Gerätehersteller gleichermaßen geeignet.

Validierung der Reinigung


ISO 17665-1 / EN 13060 / EN 285 – Sterilisationsvalidierung

Dampfsterilisationsprozesse normkonform absichern

Wir validieren Sterilisationsprozesse in Klein‑ und Großsterilisatoren anhand von ISO 17665‑1, EN 13060 und EN 285 – inklusive Leistungsqualifizierung, Beladungsstudien und Routineüberwachung. Auch alternative Verfahren wie Formaldehyd und H₂O₂/Plasma werden berücksichtigt.

Prozesse absichern


Sauberkeitsnachweis & Reinigungsvalidierung (TOC, Protein, Hämoglobin, ISO 19227)

Reinigungsleistung quantitativ nachweisen

Sauberkeit ist Voraussetzung für erfolgreiche Aufbereitung: Hygiene‑ und Implantatreinheit prüfen wir mit TOC, Protein und Hämoglobin. Für Implantate gilt zusätzlich ISO 19227. Die Prüfungen ergänzen RDG‑Validierungen nach EN ISO 15883‑5 und ANSI/AAMI ST98 und stützen die Validierbarkeit der vom Hersteller beschriebenen Prozesse.

Sauberkeit prüfen


End of Life / Material & Funktionsbeständigkeit

Belastungstests über den gesamten Aufbereitungszyklus

Wiederholte Reinigung, Desinfektion und Sterilisation wirken auf Materialien, Oberflächen und Funktion ein. HygCen Germany prüft Beständigkeit und Funktionssicherheit über definierte Aufbereitungszyklen – einschließlich Dampf-/Plasma‑Belastung, Materialveränderungen, Alterung (ASTM F1980) und partikulärer Sauberkeit (AAMI TIR42).

Funktionsbeständigkeit testen


Bioburden & Sterilität – ISO 11737-1/-2

Mikrobiologische Basis für sichere Aufbereitung

Bioburden‑ und Sterilitätstests nach ISO 11737‑1/-2 zeigen, ob Produkte clean‑ready bzw. steril bereitgestellt oder sterilisiert werden können. HygCen Germany führt quantitative Belastungsbestimmungen, Methodenvalidierungen und Sterilitätstests für Entwicklungs-, Prozess‑ und Routineanwendungen durch.

Sterilität testen


Ergänzende Prüfleistungen für Aufbereitungsgeräte

Diese Leistungen richten sich an Hersteller und Betreiber von Aufbereitungsgeräten. HygCen Germany prüft die grundlegende Leistungsfähigkeit und Normkonformität von RDG, Sterilisatoren, Siegelgeräten und weiteren Geräten gemäß den zutreffenden europäischen und internationalen Normen.

Typprüfung von Aufbereitungsgeräten

Geräteprüfung nach EN Normen

Wir prüfen Reinigungs‑Desinfektionsgeräte, Sterilisatoren, Siegelgeräte, Trockenschränke und weitere Aufbereitungsgeräte gemäß den zutreffenden Normen – z. B. ISO 15883‑1/‑2, EN 13060, EN 285, EN 11607‑2, EN 14180 und EN 14937. Die Typprüfung bewertet die grundlegende Leistungsfähigkeit des Geräts unabhängig vom Einsatzort.

Gerät prüfen
 

Warum HygCen?

FAQ - Häufig gestellte Fragen

HygCen ist ein neutral akkreditiertes Prüflabor und führt Prüfungen und Validierungen nach den einschlägigen Normen durch. Wir gestalten oder formulieren keine IFU und geben keine Beratung zur Prozessauswahl. Externe Berater*innen entwickeln die Aufbereitungsstrategie und IFU‑Inhalte; wir prüfen, ob die beschriebenen Prozesse unter Normbedingungen validierbar sind und liefern die dazugehörigen Prüfberichte.

Nicht zwingend. Oft ist ein schrittweises Vorgehen sinnvoll: z. B. zunächst RDG‑Validierung und Sauberkeitsnachweise, anschließend Sterilisations‑ und Verpackungsvalidierung und zuletzt mikrobiologische Prüfungen. Entscheidend ist, dass am Ende ein konsistentes Gesamtbild entsteht, das den Anforderungen von ISO 17664, MDR und relevanten Leitlinien (z. B. KRINKO/BfArM, DGKH‑Leitlinien) entspricht.

Ja, in vielen Fällen ist es effizient, RDG‑, Sterilisations‑ und Verpackungsvalidierung in einem abgestimmten Programm zu bündeln. So lassen sich Aufbereitungsprozesse durchgängig dokumentieren und Synergien bei Proben, Beladungen und Prüfkörpern nutzen. In der Regel bleiben die Ergebnisse aber einzelnen Normblöcken zugeordnet, damit die Nachvollziehbarkeit in Audits erhalten bleibt.

Diese Empfehlungen konkretisieren die Anforderungen an Aufbereitung und Validierung im deutschen Gesundheitswesen und ergänzen die Normen. HygCen berücksichtigt solche Leitlinien bei der Interpretation der Prüfanforderungen, ohne selbst regulatorische Beratung zu übernehmen. Die eigentliche Umsetzung in Hygienekonzepte, SOPs und IFU liegt bei Betreiberinnen und externen Beraterinnen. 

Service FAQs zur Beauftragung und Planung

Am einfachsten senden Sie uns eine kurze Beschreibung Ihres Produkts, der bestehenden Aufbereitungsprozesse und der Zielnormen (z. B. EN ISO 15883, EN ISO 17665‑1, ISO 19227). Auf dieser Basis können wir Ihnen ein strukturiertes Prüfangebot erstellen.

Typischerweise: Produkttyp, Materialien, Kontaktart und ‑dauer, vorgesehene Aufbereitungsprozesse, relevante Normen und geplante Märkte (EU, USA etc.). Je genauer die Vorinformation, desto zielgerichteter können wir das Prüfprogramm planen.

Nein. HygCen kann sämtliche relevanten Prüfungen entlang des Aufbereitungskreislaufs akkreditiert durchführen – darunter Reinigungsvalidierung (inkl. TOC, Protein, Hämoglobin), RDG‑Validierung nach ISO 15883, Sterilisationsvalidierung (ISO 17665‑1, EN 13060, EN 285), Verpackungs‑ und Barriereprüfungen (ISO 11607‑2, EN 868‑6, ASTM F1608) sowie Bioburden‑ und Sterilitätstests gemäß ISO 11737‑1/-2.
Für Prozess‑ und IFU‑Beratung arbeitet HygCen mit unabhängigen Partner*innen zusammen und bleibt in allen Prüfungen strikt neutral.

Ja. Wenn Sie Unterstützung bei der Erstellung oder Überarbeitung von IFU, bei der Prozessgestaltung oder bei regulatorischen Fragen zur MDR benötigen, vermitteln wir auf Wunsch den Kontakt zu erfahrenen, unabhängigen Medizinprodukte‑Berater*innen. HygCen selbst bietet keine Beratung an und konzentriert sich vollständig auf die neutrale, akkreditierte Prüfung von Aufbereitungsprozessen.

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